Badisches Staatstheater Karlsruhe – A Midsummer Night’s Dream

Foto ©Felix Grünschloß

Vierundvierzig Jahre nach ihrer ersten Aufführung in der Region präsentierte das Badische Staatstheater Karlsruhe eine Neuinszenierung von A Midsummer Night’s Dream, der Opernbearbeitung von Shakespeares gleichnamiger Komödie. Das Werk wurde 1960 von Benjamin Britten zur Einweihung der renovierten und erweiterten Jubilee Hall in Aldeburgh, einer Stadt in der Grafschaft Suffolk, komponiert. Das Festival, gegründet von Benjamin Britten, Peter Pears und Eric Crozier, findet seit 1948 jährlich statt. Künstler wie Swjatoslaw Richter, David Oistrach und Mstislaw Rostropowitsch wirkten regelmäßig mit, ebenso wie Dmitri Schostakowitsch, der 1970 die Uraufführung seiner Britten gewidmeten 14. Sinfonie außerhalb der UdSSR dirigierte. Diese Partitur zählt zur Gattung der Literaturoper, wie der Musikwissenschaftler Edgar Istel Opern definierte, die auf einem bestehenden literarischen Text basieren und ohne Bearbeitung vertont werden. Werke wie Wozzeck, Salome, Pelléas et Mélisande, Eine florentinische Tragödie, Die Soldaten und Dantons Tod, um nur einige zu nennen, greifen auf diese Art von Musiktheater zurück. Shakespeares berühmte Komödie diente bereits als Vorlage für Werke wie Purcells The Fairy Queen und Carl Maria von Webers Oberon, ebenso wie die berühmte Bühnenmusik von Mendelssohn.

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Die von Britten und seinem Partner Peter Pears bearbeitete Fassung lässt einen bedeutenden Teil des Originaltextes aus, darunter den gesamten ersten Akt. Die Handlung beginnt direkt im Wald, dem Schauplatz der Zaubersprüche, die der Elbenkönig Oberon und sein Diener, der Elb Puck, ersonnen haben. Um den ständigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit und die unwirkliche Atmosphäre der Handlung hervorzuheben, schuf der englische Komponist eine Musik mit zarten, transparenten Tönen, die durch den Einsatz raffinierter Instrumentierung und unverwechselbarer Kompositionstechniken wie Glissandi und dramatisch eingesetzten Serien mit großer Finesse gestaltet wurde. Das Ergebnis ist absolut fesselnd und mitreißend; es verbindet kompositorisches Können mit Unmittelbarkeit des Ausdrucks und hebt die Atmosphäre und den Ton der theatralischen Erzählung auf wunderbare Weise hervor.

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Die Inszenierung des französischen Regisseurs François de Carpentrier fängt den traumhaften und surrealen Charakter des Märchens mit einer klaren, eleganten und nuancierten Bühnenerzählung perfekt ein. Dies ist auch den von mittelalterlichen Handschriften und Renaissance-Dekorationen aus Shakespeares Zeit inspirierten Bühnenbildern zu verdanken, die von Karine Van Hercke entworfen wurden, die auch die Kostüme kreierte und durch die Videoclips von Aurélie Remy wunderbar ergänzt wird. Insgesamt eine absolut beispielhafte Bühneninterpretation, die durch ihre erzählerische Wirkung und ihren Respekt vor dem dramatischen Inhalt des Textes besticht. Sie harmoniert hervorragend mit dem raffinierten Dirigat von Georg Fritzsch, der der Badischen Staatskapelle ein filigranes Geflecht kostbarer Klangfarben und Instrumentalklänge von höchster Finesse und Zartheit entlockte.

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Die Gesangsbesetzung schien für die Aufführung aller Facetten dieser Kammeroper, von verträumter Lyrik bis hin zu erotischen Anspielungen, bestens geeignet – bis hin zum Schlussakt, in dem das Drama mit der von Bauern gespielten Szene im Stück, die Anspielungen auf die italienische Oper enthält, den Charakter einer Meta-Oper annimmt. Edward Lees Puck, dessen Gesang und Sprechkunst perfekt harmonierten und dessen Lebendigkeit die Bühne unwiderstehlich machte, war besonders herausragend; der sehr junge israelische Countertenor Lidor Mesika, der den Oberon verkörperte, besaß eine Stimme, die sich durch ihre Registerhomogenität und feine Phrasierung auszeichnete; Martha Easons Titania mit ihrem kristallklaren Sopran; und Oğulcan Yılmaz als Bottom, ein türkischer Bassbariton, der ebenfalls mit fesselndem Stimmklang und Resonanz überzeugte. Die Darbietungen der beiden Liebespaare, Brett Sprague (Lysander), Tomohiro Takada (Demetrius), Marie-Sophie Janke (Hermia) und Ina Schliegensipen (Helena) waren ebenfalls hervorragend. Auch Don Lees Teseo und Melanie Langs Ippolita waren makellos, ebenso wie alle Darsteller der Nebenrollen. Ein begeisterter Erfolg beim Publikum, das die märchenhafte Atmosphäre des Abends sichtlich genoss.


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