
Foto ©Barbara Aumüller
Die Oper Frankfurt wurde zum achten Mal mit dem Titel Opernhaus des Jahres ausgezeichnet, der jährlich von der Zeitschrift “Opernwelt” verliehen wird und von der Fachpresse als bedeutendste Kritikerauszeichnung in der deutschen Theaterwelt gilt. Eine durchaus verdiente Auszeichnung für ein Theater, das sich seit Jahren als eine der führenden Kulturinstitutionen Deutschlands auszeichnet, sowohl für die Qualität und Originalität seiner Programme als auch für das stets hohe künstlerische Niveau der Aufführungen, das in den letzten Jahren konstant gehalten wurde ‘Intendant Bernd Löbe. Die erste wichtige Produktion der Saison 2024/25 war die Neuinszenierung von Alban Bergs Lulu, ein Kulturereignis auf höchstem Niveau, und ich beschloss, zu einem meiner regelmäßigen Besuche im Theater der hessischen Stadt zu reisen, das ein schönes, modernes Gebäude aus den frühen Sechzigerjahren das über einen komfortablen und akustisch sehr guten Raum verfügt, der sich hinter einem Foyer befindet, das im ersten Stock durch eine Glaswand, die die Fassade bildet, abgeschlossen ist.

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Alban Bergs letztes Werk blieb aufgrund des Todes des Autors unvollendet und daher war seine Verbreitung bis in die 1970er-Jahre begrenzt, als Friedrich Cerha Zugang zu den vom Komponisten hinterlassenen Notizen erhielt, um die Orchestrierung des dritten Aktes abzuschließen. Seitdem sind die Aufführungen häufiger geworden, auch wenn sie durch die extreme Schwierigkeit der Inszenierung eines sehr anspruchsvollen Werks eingeschränkt sind. Die Oper Frankfurt hat die Inszenierung Nadja Loschky anvertraut, einer 41-jährigen Regisseurin, die in Rheinland-Pfalz geboren wurde, derzeitige Künstlerische Leiterin des Bielefelder Theaters ist und ab der nächsten Spielzeit als Intendantin des Hauses designiert ist. Visuell handelte es sich um eine Inszenierung, die auf wesentlichen Szenen und sehr sorgfältiger Schauspielerei basierte, wobei die einzige Neuerung darin bestand, dass ein stummer Komparse die Protagonistin in den entscheidenden Momenten des Bühnengeschehens synchronisierte. Insgesamt war es eine sehr angenehme szenische Darstellung mit eigener Logik und eigenem Stil, die die Charaktere der Handlung sehr wirkungsvoll hervorhob.

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Der musikalische Teil der Aufführung war auf höchstem Niveau und wurde von Thomas Guggeis geleitet, der auch bei dieser Gelegenheit seine musikalischen und interpretatorischen Fähigkeiten als Dirigent von wahrhaft internationaler Klasse unter Beweis stellte. In dieser absolut einprägsamen Interpretation zeigte der junge Generalmusikdirektor des hessischen Theaters seine ganze tiefe ausdrucksstarke Durchdringung der von Alban Berg erdachten Klangwelt. Klare und scharfe Orchestertöne, die entschiedene Betonung der erschütternden harmonischen Risse, die das kompositorische Gefüge durchziehen, und ein mit viel Liebe zum Detail gepflegter Rhythmus waren die Merkmale einer Lesung, die auch dank der hervorragenden Aufführung Punkte buchstäblich glühender theatralischer Spannung berührte des Frankfurter Opern-Museumsorchesters, das bewiesen hat, dass es den gerade gewonnenen Preis „Orchester des Jahres“ voll und ganz verdient.

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Die Gesangsbesetzung wurde von Brenda Rae dominiert, einer 42-jährigen Sopranistin aus Wisconsin, die seit Jahren zu den Lieblingssängern des Frankfurter Publikums gehört und kennt die Rolle der Lulu wie kaum eine andere Künstlerin unserer Zeit. Ihrer berühmtesten Interpretationen war absolut hervorragend für die perfekte Identifikation und das absolute Charisma eines wahren Totalkünstlers. Im Koloraturlied unterstrich die amerikanische Sängerin alle Nuancen des Textes mit einer großartigen, fesselnden Intensität der Phrasierung. Der verzweifelte, schneidende Ton, den Rae in dem Satz findet: Ich habe nie in der Welt etwas anderes scheinen wollen, als wofür man mich genommen hat. Und man hat mich nie in der Welt für etwas anderes genommen als was ich bin war wahrlich eines dieser interpretatorischen Details, an die man sich noch lange erinnern wird. Auf hohem Niveau waren auch die szenischen und gesanglichen Darbietungen von Claudia Mahnke, die die Gräfin Geschwitz mit einer schönen Intensität der Phrasierung und bemerkenswerter Flexibilität bei der Befolgung einer sehr anspruchsvollen Gesangsschrift verkörperte, des englischen Baritons Simon Neal, der in der Doppelrolle des Dr. Schon und Jack the Ripper eine Stimme mit klarem Timbre und guter Projektion präsentierte, der amerikanische Tenor AJ Glueckert, der eine leidenschaftliche und feurige Alwa spielte, und von Alfred Ritter als Schigolch. Ein voller Erfolg für alle Interpreten einer Aufführung, die sicherlich zu den besten der aktuellen Saison zählt und die Führungsrolle der Oper Frankfurt, derzeit zweifellos das beste unter den deutschen Opernhäusern, bestätigt.
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