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Ich hatte bereits mehrfach Gelegenheit, über Esther Dierkes und Björn Bürger zu berichten, die sich in den letzten Jahren zu den führenden Mitgliedern des Ensembles der Stuttgarter Staatsoper entwickelt und zudem eine erfolgreiche internationale Karriere gestartet haben. Die Staatsoper hat diesen beiden charmanten jungen Künstlern, die auch privat verheiratet sind, den vierten Liederabend des in Zusammenarbeit mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie organisierten Zyklus anvertraut, der diesmal im Vortragssaal der Staatsgalerie stattfand. Da die beiden jungen Sänger auch privat ein Paar sind, wählten sie für ihren Liederabend ein Programm mit Musik von Robert und Clara Schumann, ergänzt durch Lesungen ausgewählter Briefe, die das Paar ausgetauscht hatte. Die Musik von Clara Wieck, der Ehefrau Schumanns, die nicht nur zu den größten Pianistinnen ihrer Zeit zählte, sondern auch eine begabte Komponistin war, wurde in den letzten Jahren wiederentdeckt. Ihre Lieder sind aufgrund der Originalität ihrer Melodien und der subtilen Harmonik von großem Interesse. Neben einer Auswahl ihrer eigenen Werke umfasste das Abendprogramm den Liederzyklus Myrten, op. 25, von ihrem Ehemann Robert, der 1840 nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Rückert, George Gordon Byron, Thomas Moore, Heinrich Heine, Robert Burns und Julius Mosen komponiert wurde. Schumanns Schaffen war im Jahr 1840 von einer intensiven Beschäftigung mit dem Lied geprägt. Neben Myrten entstanden in diesem Jahr weitere außergewöhnliche Liederzyklen wie der Liederkreis, op. 39 nach Texten von Joseph von Eichendorff, Frauenliebe und Leben, op. 42 nach Texten von Adalbert von Chamisso und Dichterliebe op. 48 von Heinrich Heine.

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Esther Dierkes und Björn Bürger sind, wie ich bereits bei früheren Konzertbesuchen erwähnt habe, zwei wirklich interessante Sängerinnen und Sänger mit einer technisch versierten Klangfarbenvielfalt und einer bemerkenswerten Musikalität, die eine sehr persönliche und sorgfältig gestaltete Phrasierung ermöglicht. Die Vielfalt der Klangfarben, die diese beiden jungen Künstlerinnen und Künstler ihren exquisiten Stimmen entlocken, und die Persönlichkeit ihrer Phrasierung machen sie zu zwei vielversprechenden Liedinterpretinnen und -interpreten. Diese Qualitäten wurden an diesem Abend durch ihre intensiven und feinsinnigen Interpretationen bekannter Stücke wie „Widmung“ und „Der Nussbaum“ bestätigt, wobei die Sopranistin aus Münster mit einer hochinspirierten und ergreifenden Phrasierung überzeugte. Ebenfalls bemerkenswert war der intensive und fokussierte Ton, mit dem Björn Bürger „Gottes ist der Orient!“ sang, sowie die Ausdruckskraft ihrer Phrasierung in „Aus den östlichen Rosen“ und „Zum Schluss“. Die Lieder im Duett waren ebenfalls sehr wertvoll, darunter „Wenn ich ein Vöglein wär“ und „So wahr die Sonne scheinet“ von Robert Schumann sowie „Der Mond kommt still gegangen“ von Clara Schumann, die als Zugaben aufgeführt wurden: Hier zeigten Dierkes und Bürger ein musikalisches Verständnis und die Fähigkeit, Klangfarben und Interpretationsintentionen auf fesselnde Weise auszutauschen. Das Publikum, das hier in Stuttgart die Liederabende stets zahlreich besucht, applaudierte den beiden Künstlern und Cornelius Meister, dessen elegantes und feines Klavierspiel die Intentionen des Liedes perfekt unterstrich, lange und begeistert. Das Publikum, das hier in Stuttgart die Liederabende stets zahlreich besucht, applaudierte den beiden Künstlern und Cornelius Meister, dessen elegantes und feines Klavierspiel die Intentionen des Liedes perfekt unterstrich, lange und begeistert. Die Liederabende, die der Maestro aus Hannover, der demnächst seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor in Stuttgart beenden wird, in sein Arbeitsprogramm aufnehmen wollte, werden in den kommenden Jahren zu den Höhepunkten seines Schaffens zählen.
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